Die Partner werden in einem zweistufigen Ansatz bis zu 25 KI-gesteuerte Roboter in einem Logistikzentrum der Otto Group einsetzen, um die automatisierte Bearbeitung retournierter Artikel zu erproben.
Auf einen Blick:
Die Otto Group und das Robotik-Softwareunternehmen Sereact haben heute einen zweistufigen Ansatz für den Einsatz KI-gesteuerter Roboter bei einer der komplexesten manuellen Aufgaben im Handel bekannt gegeben: der Prüfung und Sortierung retournierter Kundenbestellungen.
Zunächst werden zehn KI-gesteuerte zweiarmige Systeme im Logistikzentrum der Otto Group in Polen eingesetzt. In einer zweiten Phase sollen auf Basis der ersten Ergebnisse 15 weitere Roboterarme hinzukommen, womit das Programm auf insgesamt 25 anwächst. Im Rahmen des Projekts entwickeln beide Unternehmen die Technologie gemeinsam weiter und optimieren sie. Verläuft die zweite Phase erfolgreich, prüft die Otto Group das Potenzial für einen breiteren Rollout in ihrem Logistiknetzwerk.
Kaum ein Prozess im E-Commerce ist so schwer zu automatisieren wie die Retourenbearbeitung - Artikel kommen gefaltet, zerknittert oder neu verpackt zurück, und das Sortiment eines Händlers mit vielen Warengruppen verändert sich ständig. Herkömmliche Automatisierung ist auf bekannte Produkte und eine vorhersehbare Lage der Artikel angewiesen - beides gibt es bei Retouren nicht. Cortex, Sereacts Physical-AI-Modell, ist genau für diese Herausforderung gebaut: Es generalisiert auf Objekte, die ihm noch nie begegnet sind, und entscheidet in Echtzeit, wie es jeden Artikel greift, seinen Zustand bewertet und ihn entsprechend weiterleitet.
Cortex basiert auf dem Physical-AI-Stack von NVIDIA. Sereact nutzt NVIDIA Isaac Sim und NVIDIA Isaac Lab, um reale Greifvorgänge aus dem Retourenbetrieb in Tausende simulierte Varianten zu überführen, sowie World Foundation Models von NVIDIA Cosmos, um diese mit unterschiedlichen Zuständen von Kleidungsstücken, Verpackungen, Materialien und Lichtverhältnissen neu zu rendern. Neue Policies durchlaufen ein Post-Training auf GPUs mit NVIDIA Blackwell-Architektur und werden an separaten, nicht im Training verwendeten Testfällen geprüft, bevor sie auf die Roboter gelangen. Hat ein Roboter mit einem Artikel Schwierigkeiten, kann die Korrektur innerhalb von Tagen statt Wochen als getestetes Update zurückfließen.
Die Roboter werden im Verlauf des Projekts schrittweise eingeführt. Jede Stufe liefert operatives Feedback, mit dem die Partner die Systeme verbessern und an die Anforderungen einer Retourenbearbeitung im großen Maßstab anpassen können. Dieser gemeinsame Entwicklungsprozess soll zeigen, ob die Technologie die Standards an Zuverlässigkeit, Flexibilität und Qualität erfüllen kann, die für einen breiteren Einsatz erforderlich sind.
In der Zusammenarbeit Hand in Hand mit den Robotern bleibt der Mensch im Mittelpunkt des Prozesses: Die Tätigkeit der Mitarbeitenden verlagert sich weg vom repetitiven Greifen und Heben hin zu Überwachung, Ausnahmebehandlung und finalen Qualitätsentscheidungen - Aufgaben, die Erfahrung und Urteilsvermögen erfordern.
“Unsere Kundinnen und Kunden erwarten, dass Retouren einfach und schnell gehen - dahinter steht ein Prozess, der zeitkritisch und aufwendig ist, für unsere Kundschaft ebenso wie für unser Geschäft. Retouren sind bekanntermaßen schwer zu automatisieren, und Physical AI hat das Potenzial, das zu ändern. Mit diesem Projekt finden wir im realen Maßstab heraus, wie weit uns Physical AI bringen kann - ein wichtiger Schritt hin zu einer flexibleren und resilienteren Lieferkette.”
“Ein Roboter, der nur den Katalog von gestern kennt, nützt in einem Retourenzentrum wenig. Cortex muss mit allem zurechtkommen, was im nächsten Paket steckt. Mit jeder Retoure, die die Systeme bearbeiten, wird das Modell besser für die nächste.”
Die Partnerschaft knüpft an eine Reihe von Robotik-Investitionen an, die die Otto Group in ihrer Logistik getätigt hat, und ist Teil des Plans des Unternehmens, mittelfristig 350 Millionen Euro in Technologie und KI zu investieren.
Sereact entwickelt Physical-AI-Software, die es Robotern ermöglicht, Objekte zu greifen, zu identifizieren und zu handhaben, die sie noch nie zuvor gesehen haben. Das in Stuttgart von Dr. Ralf Gulde und Marc Tuscher gegründete Unternehmen hat 2026 eine Series B über 116 Mio. USD abgeschlossen. Zu den Kunden zählen die Otto Group, Zalando, IKEA, DHL, Rohlik, Arvato, alza.cz, BMW, Mercedes-Benz und Daimler Truck.
Weitere Informationen unter sereact.ai
Mit einer starken Tradition als Familienunternehmen und fest verankerten Werten blickt die Otto Group zuversichtlich in die Zukunft. In mehr als 75 Jahren hat sich das Unternehmen von einem katalogbasierten Versandhändler zu einer international agierenden digitalen Handels- und Dienstleistungsgruppe entwickelt - mit weit über 30.000 Mitarbeitenden und einer Vielzahl wesentlicher Unternehmen, Marken und Beteiligungen in mehr als dreißig Ländern, vor allem in Deutschland, im übrigen Europa und in Nordamerika. Im Geschäftsjahr 2025/26 (28. Februar) erzielte die Otto Group einen Umsatz von 13,8 Milliarden Euro. Als größter Onlinehändler europäischen Ursprungs gestaltet sie mit ihrer Stärke, ihrer Marktbedeutung und ihren Werten den digitalen Handel und die digitalen Services der Zukunft. Getragen von einer leidenschaftlichen und unternehmerischen Leistungskultur nutzt der Konzern seine umfassende Marktexpertise und technologische Kompetenz, um seine vielen Millionen Kundinnen und Kunden mit hochwertigen Produkten, einer einzigartigen Warenauswahl und vielfältigen Services zu begeistern. Wertebasiertes Wirtschaften und wirtschaftlicher Erfolg schließen sich nach eigenem Verständnis nicht aus. Umweltschutz ist bereits seit 1986 eines der Unternehmensziele der Otto Group. Darüber hinaus berücksichtigt das Unternehmen ökologische, soziale und digitale Aspekte in seiner Geschäftstätigkeit und bei unternehmerischen Entscheidungen.
Weitere Informationen unter ottogroup.com
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